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GartenRheinMain
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Jahresthema 2010 „Parkgeschichten“


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„GartenRheinMain“ – Herzstück der KulturRegion Frankfurt RheinMain

Garten Fürstenlager
Foto: Winfried Eberhardt

Gärten sind Orte der Zuflucht und Geborgenheit, Stätten der entspannenden Arbeit und Erholung, Orte der Geselligkeit und des geistigen und sinnlichen Vergnügens inmitten unserer turbulenten Welt, in der die Gesetze des Marktes den Ton angeben. Die Geschichte eines Gartens steht am Anfang des Alten Testamentes. Der Garten Eden wird zum Sinnbild immerwährender Glückseligkeit, einer Vision, an der wir wider besseres Wissen gern festhalten. Die Gartenkunst steht für das Bemühen der Menschen, das verlorene Paradies zurück zu gewinnen. Gärten und Parks symbolisieren die Aussöhnung des Menschen mit Gott und der Natur. Nicht von ungefähr ist in der jüdisch-christlichen wie in der islamischen Tradition das Paradies ein Garten.

„GartenRheinMain – Vom Klostergarten zum Regionalpark“ nimmt die Gartenschätze der Region in den Blick und entführt seine Bewohner auf eine Reise durch die Geschichte der europäischen Gartenkunst. Kloster- und Burggärten, Barockgärten, Kurparks und landschaftliche Parks, Palmenhäuser und Orangerien, Wildparks und Fasanerien warten ebenso auf ihre Entdeckung wie Volksparks und Kleingärten, „Bürgergärten“, Reform- und Architektengärten, Botanische Gärten, Arboreten, Friedhöfe und die neuen Parkschöpfungen wie der Regionalpark, dessen grünes Herz im GrünGürtel Frankfurts schlägt. Jeder Gartentypus ist mit einem einleitenden Text versehen, der die Wesensmerkmale der jeweiligen gartenhistorischen Entwicklung charakterisiert. Über 60 Autorinnen und Autoren aus den verschiedenen Kommunen der Region haben an dem Werk mitgearbeitet.

Alle Gärten und Parks zeigen den Facettenreichtum der Gartenkunst in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main, die wegen ihrer historisch bedingten territorial zersplitterten Topografie auf ein reiches gartenkünstlerisches Erbe zurückgreifen kann. Wer hätte gedacht, dass es in einer so dicht besiedelten Region so viele schmucke gärtnerische Kleinode gibt? Sie erzählen nicht nur vom individuellen Geschmack ihrer Besitzer, sondern spiegeln das sich durch die Jahrhunderte verändernde soziokulturelle Bewusstsein von Klerikern, Fürsten und Bürgern, von Architekten, Gartenkünstlern und kommunalen Gartenplanern. Waren die „grünen Salons“ der fürstlichen Barockgärten – ausgestattet mit antiken Statuen, Wasserspielen und geschnittenen Bosketten – einst unverzichtbare Repräsentanten höfischer Kultur, achteten die Lebensreformer zu Anfang des 20. Jahrhunderts bei der Schöpfung von Volksparks vielmehr auf Bewegung und Entspannung des arbeitenden Volkes im Freien und erkannten den nicht zu unterschätzenden Nutz- und Erholungswert selbst gezogenen Obstes und Gemüses im eigenen Kleingarten.

Wir freuen uns, dass das Projekt „GartenRheinMain“ mit der nun vorliegenden 2. Auflage des gänzlich neu gestalteten Gartenführers sein theoretisches Gerüst auf über 110 Gärten und Parks erweitern konnte. Er stellt die Grundlage für alle weitere Projektarbeit dar und will auch touristische Impulse für die Bewohner der Region aussenden. Er richtet sich nicht nur an die Liebhaberinnen und Liebhaber der Gartenkultur, sondern an ganz „normale Menschen“, Alte und Junge, Kinder und Jugendliche, Gärtner und Gärtnerinnen, die Lust haben auf Entdeckungs-Spaziergänge im GartenRheinMain. Wir wünschen Ihnen, dass sie beim Lustwandeln durch die kleinen und großen Gartenparadiese der Region die prophezeite Muße und Entspannung finden und viel Freude und sinnliches Vergnügen erleben.

Heidrun Merk
Projektleiterin „GartenRheinMain – Vom Klostergarten zum Regionalpark“

Gartenprofile

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Gartensymbol:

Gärten des Mittelalters

Die mittelalterliche Gartenkultur hat ihren Ursprung im Klostergarten. Der Garten galt als irdisches Abbild des Paradieses (Kreuzgarten). Er diente vor allem als Nutzgarten, in dem man Heil- und Gewürzkräuter anpflanzte, aber auch Gemüse und Obst zog. In den mittelalterlichen Burgen dienten die Burggärten zunächst der Eigenversorgung, wurden aber bald wichtiger Bestandteil der höfisch-adeligen Kultur.
Gärten des Mittelalters
Barockgarten

Formal angelegter Garten des 17./18. Jahrhunderts mit strengen geometrischen Mustern. Das räumliche Gerüst wird aus geschnittenen Hecken gebildet. Die Füllung der Felder ist durch intensive Zier- und Nutzgärtnerei bestimmt, deren Pflanzungen ausschließlich nach ihrer optischen Wirkung arrangiert werden. Großräumig Blickachsen sind oft vorhanden. Sonst gibt es aber wenig landschaftliche Bezüge. Der Barockgarten ist ein architektonisch gestalteter Raum für höfische Feste und Feiern.
Barockgarten
Landschaftliche Parks

Parks mit scheinbar natürlicher Anmutung, mit geschwungener Wegeführung und weitgehendem Verzicht auf geometrische Parkelemente. In den frühen Ausformungen ist der Landschaftspark mit einem Programm an bedeutungsvollen Parkarchitekturen aufgeladen. Die Gartenkunst wird zu bestimmenden Kunst des 18. Jahrhunderts, die alle anderen Kunstgattungen integriert.
Landschaftliche Parks
Kurparks

Meist Anlagen mit landschaftlichem Charakter, die Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden. Natürliche Partien wechseln mit Bereichen, die der Unterhaltung von Kurgästen dienen: Promenaden, Alleen, Brunnenanlagen.
Kurparks
Volkspark

Parks mit großen, vielfältig nutzbaren Wiesen- und Rasenflächen, aber auch landschaftlich gestalteten Gehölzbereichen zur intensiven Erholungsnutzung durch die städtische Bevölkerung. Die Volksparkbewegung hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert.
Volkspark
Reformgarten/ Architektengarten/ Jugendstilgarten

Von bildenden Künstlern als originäre Einzelschöpfungen entworfen. Sie sind zumeist im 20. Jahrhundert entstanden.
Reformgarten/ Architektengarten/ Jugendstilgarten
Orangerie und Palmenhäuser

Orangerien waren anfänglich reine Funktionsgebäude, die der Überwinterung von Pflanzen wärmerer Klimazonen dienten. Seit dem 17. Jahrhundert fester Bestandteil von Schlossanlagen wurden sie zunehmend repräsentativer und aufwendiger. Die Gewächshäuser und Palmengärten entsprachen dem zunehmenden naturkundlichen Interesse.
Orangerie und Palmenhäuser
Fürstliches Tiergärten und Jagdreviere

Die hohe Jagd als Privileg der Landesherren war wesentlicher Teil höfischer Repräsentation. Fasanen galten als Delikatesse und waren ein von barocken Fürsten gern gejagtes edles Wild. Alleen und Schneisen waren neben Jagdhäusern und Pavillons gestalterisch-ästhetische Elemente der Tiergärten und in deren Symmetrie eingebunden. Das Stilelement der Sichtachse als Jagdstern strukturierte die Natur nach barocken Ordnungsvorstellungen im Sinne des absolutistischen Herrscherideals.
Fürstliches Tiergärten und Jagdreviere
Friedhof

Dem Friedhof als Ort des Totengedenkens liegen religions- und kulturabhängige Entwürfe zugrunde. Soweit es die Fläche zulässt, werden die Neuanlagen seit dem 19. Jahrhundert häufig parkartig gestaltet.
Friedhof
Botanische Garten und Arboretum

Botanische Gärten sind Pflanzensammlungen für Forschung und Lernen, meist im Zusammen hang mit Universitäten. Arboreten sind Sammlungen von verschiedenen Baumarten verschiedener Klimazonen zu Anschauungszwecken..
Botanische Garten und Arboretum
Bürgergarten in Frankfurt am Main

Die Entstehung der meisten Frankfurter Parks aus ehemaligen Privatgärten wohlhabender Familien spiegelt die bürgerliche Tradition der Stadt Frankfurt wider. Angelegt Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts, wurden sie im 20. Jahrhundert zu Volksparks und durch Umstrukturierungen, Einbauten usw. mehr oder weniger verändert.
Bürgergarten in Frankfurt am Main
Kleingärten

In einzelne Gartenparzellen mit hohem Nutzpflanzenanteil aufgeteilte Großanlagen zur individuellen Bearbeitung. Die Kleingartenbewegung als Reaktion auf das schnelle Wachsen der Städte im 19. Jahrhundert wollte sozial benachteiligten Schichten eine Kompensation für hohe städtische Dichte und Enge verschaffen. Siedlungsgärten der 20er und 50er Jahre verbanden Städtebau, Landschaft und soziale Aspekte.
Kleingärten
Regionalpark RheinMain

Netz von Freizeitwegen, an denen sich einzelne Attraktionen befinden, die das Wahrnehmen der Landschaft intensivieren. Damit wird der immer noch hohe Freiflächenanteil im Verdichtungsraum aufgewertet und als Landschaftsraum erlebbar gemacht. Der Frankfurter GrünGürtel ist das grüne Herz des Regionalparks.
Regionalpark RheinMain
Neue Parkschöpfungen

Die planerische Herausforderung für die Gestaltung einer neuen Parkanlage heißen: Die Wünsche des Auftraggebers zu berücksichtigen und ein Gespür für die „magischen“ Punkte in einer Landschaft zu finden. Eine unübersehbare Fülle weißt der Regionalpark RheinMain auf.
Neue Parkschöpfungen