„GartenRheinMain“ – Herzstück der KulturRegion Frankfurt RheinMain

Foto: Winfried Eberhardt
Gärten sind Orte der Zuflucht und Geborgenheit, Stätten der entspannenden Arbeit und Erholung, Orte der Geselligkeit und des geistigen und sinnlichen Vergnügens inmitten unserer turbulenten Welt, in der die Gesetze des Marktes den Ton angeben. Die Geschichte eines Gartens steht am Anfang des Alten Testamentes. Der Garten Eden wird zum Sinnbild immerwährender Glückseligkeit, einer Vision, an der wir wider besseres Wissen gern festhalten. Die Gartenkunst steht für das Bemühen der Menschen, das verlorene Paradies zurück zu gewinnen. Gärten und Parks symbolisieren die Aussöhnung des Menschen mit Gott und der Natur. Nicht von ungefähr ist in der jüdisch-christlichen wie in der islamischen Tradition das Paradies ein Garten.
„GartenRheinMain – Vom Klostergarten zum Regionalpark“ nimmt die Gartenschätze der Region in den Blick und entführt seine Bewohner auf eine Reise durch die Geschichte der europäischen Gartenkunst. Kloster- und Burggärten, Barockgärten, Kurparks und landschaftliche Parks, Palmenhäuser und Orangerien, Wildparks und Fasanerien warten ebenso auf ihre Entdeckung wie Volksparks und Kleingärten, „Bürgergärten“, Reform- und Architektengärten, Botanische Gärten, Arboreten, Friedhöfe und die neuen Parkschöpfungen wie der Regionalpark, dessen grünes Herz im GrünGürtel Frankfurts schlägt. Jeder Gartentypus ist mit einem einleitenden Text versehen, der die Wesensmerkmale der jeweiligen gartenhistorischen Entwicklung charakterisiert. Über 60 Autorinnen und Autoren aus den verschiedenen Kommunen der Region haben an dem Werk mitgearbeitet.
Alle Gärten und Parks zeigen den Facettenreichtum der Gartenkunst in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main, die wegen ihrer historisch bedingten territorial zersplitterten Topografie auf ein reiches gartenkünstlerisches Erbe zurückgreifen kann. Wer hätte gedacht, dass es in einer so dicht besiedelten Region so viele schmucke gärtnerische Kleinode gibt? Sie erzählen nicht nur vom individuellen Geschmack ihrer Besitzer, sondern spiegeln das sich durch die Jahrhunderte verändernde soziokulturelle Bewusstsein von Klerikern, Fürsten und Bürgern, von Architekten, Gartenkünstlern und kommunalen Gartenplanern. Waren die „grünen Salons“ der fürstlichen Barockgärten – ausgestattet mit antiken Statuen, Wasserspielen und geschnittenen Bosketten – einst unverzichtbare Repräsentanten höfischer Kultur, achteten die Lebensreformer zu Anfang des 20. Jahrhunderts bei der Schöpfung von Volksparks vielmehr auf Bewegung und Entspannung des arbeitenden Volkes im Freien und erkannten den nicht zu unterschätzenden Nutz- und Erholungswert selbst gezogenen Obstes und Gemüses im eigenen Kleingarten.
Wir freuen uns, dass das Projekt „GartenRheinMain“ mit der nun vorliegenden 2. Auflage des gänzlich neu gestalteten Gartenführers sein theoretisches Gerüst auf über 110 Gärten und Parks erweitern konnte. Er stellt die Grundlage für alle weitere Projektarbeit dar und will auch touristische Impulse für die Bewohner der Region aussenden. Er richtet sich nicht nur an die Liebhaberinnen und Liebhaber der Gartenkultur, sondern an ganz „normale Menschen“, Alte und Junge, Kinder und Jugendliche, Gärtner und Gärtnerinnen, die Lust haben auf Entdeckungs-Spaziergänge im GartenRheinMain. Wir wünschen Ihnen, dass sie beim Lustwandeln durch die kleinen und großen Gartenparadiese der Region die prophezeite Muße und Entspannung finden und viel Freude und sinnliches Vergnügen erleben.
Heidrun Merk
Projektleiterin „GartenRheinMain – Vom Klostergarten zum Regionalpark“


