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34. Fränkische Musiktage Alzenau - Festival der Jungen

Aufgrund der zahlreichen politischen Gedenktage in diesem Jahr wie der Gründung der Weimarer Republik vor 90 Jahren, des Kriegsbeginns vor 70 Jahren, der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 60 Jahren oder der Vereinigung Deutschlands vor 20 Jahren, greifen die 34. Fränkischen Musiktage Alzenau 2009 ein Projektthema der Kulturregion Frankfurt RheinMain gGmbH auf:

„Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“

Eine Ausstellung, eine Podiumsdiskussion und 24 Konzerte, die mehrheitlich in Alzenau, aber gemeinsam mit Kooperationspartnern auch in Frankfurt, Offenbach, Miltenberg und anderen Orten der Region durchgeführt werden, stellen die vielfältigen Beziehungen zwischen dem Freiheitsgedanken und der Musik dar. Hierbei bilden Bezüge zu Ereignissen der Regionalgeschichte einen Schwerpunkt des Programmes.

Das Eröffnung skonzert am 17. Oktober , 19 Uhr, in der Prischoßhalle Alzenau, widmet sich unter dem Thema „Gesang im Freien und Freies im Gesang“ dem „Ersten Allgemeinen Deutschen Sängerfest“ von 1838 in Frankfurt. An dieser Veranstaltung, die zu einer nationalen Demonstration für Einheit und Freiheit wurde, nahmen Vereine aus ganz Deutschland teil. Zur Aufführung kommt das „Vater Unser“ von Louis Spohr, eine Auftragskomposition des Festes.

Der zweite Teil des Konzertes zeichnet dagegen unter dem Thema „Vom Gospel zum Frankfurt Sound“ eine kulturhistorische Periode nach, in der die Jazzmusik in unserer Region europäische Bedeutung erlangen konnte. Stücke des während der NS-Diktatur im Untergrund agierenden „Hot Clubs“ und Kompositionen der legendären „Mangelsdorf-Brüder“ aus den 50er und 60er Jahren sind u. a. hierbei zu erleben. Chöre, Kinderchöre und junge Jazzmusiker aus der Region werden gemeinsam mit renommierten Solisten der Szene wie Anke Caspari, Jörg Florian Müller und Mel Canady dieses Programm in einem Workshop erarbeiten und zur Eröffnung der Fränkischen Musiktage präsentieren.

Ein Gesprächskonzert am 18. Oktober, 20 Uhr, im Rittersaal der Burg Alzenau, befasst sich mit dem Wilhelmsbader Freimaurerkonvent von 1782. In der Kuranlage bei Hanau diskutierten damals Logen aus ganz Europa und bewirkten eine Neuorientierung an den Grundwerten Freiheit und Toleranz. Auch in der Musik - traditionell in der Freimaurerei von großer Bedeutung – wird dies wirksam. So in Lortzings „Freiheitsliedern“, die neben Werken W. A. Mozart und zweier bedeutender komponierender Freimaurer unserer Region Adolph Freiherr Knigge und J. Fr. H. von Dalberg erklingen. Beide sind nicht nur politisch prägende Persönlichkeiten, sondern haben auch ein beachtliches kompositorisches Oeuvre hinterlassen. Eine weitere Aufführung dieses Programmes ist am 25.10., 20 Uhr, im Comoedienhaus Wilhelmsbad zu erleben.

„Die Welt umwälzen“ der Freiheitsgedanke bei Bettine von Arnim und dem „Trageser Literatenkreis“ ist ein weiteres Gesprächskonzert überschrieben. Dr. Wolfgang Bunzel vom Goethehaus Frankfurt wird die Bedeutung des Freiheitsbegriffs bei Bettine von Arnim und den ihr befreundeten Literaten wie Clemens Brentano und den Brüder Grimm beleuchten. Als Jugendliche waren sie regelmäßig auf dem Hofgut Trages bei Alzenau zu Gast, später spielten sie alle, wenn auch in unterschiedlicher Weise, in den politischen Emanzipationsbestrebungen des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Insbesondere Bettine von Arnim, deren 150. Todestag in diesem Jahr gedacht wird, hatte darüber hinaus eine große Affinität zur Musik. Robert Schumann widmete ihr seine „Gesänge der Frühe“ op. 133. Mit Beethoven pflegte sie regen Kontakt, gilt zudem für eine der möglichen Adressatinnen seines Zyklus „An die ferne Geliebte“. Außerdem war sie auch selbst eine begeisterte Komponistin. Neben den genannten Werken Beethovens und Schumanns, werden aus ihrem Oeuvre in diesem Programm, das ebenfalls in einer Anschlussveranstaltung am 25.10., 20 Uhr, im Goethehaus Frankfurt zu hören ist, einige Lieder erklingen.

Die Musik der Romantik steht im Mittelpunkt eines Liederabends am 24.10. im Schlösschen Alzenau-Michelbach. Christoph Prégardien, einer der renommiertesten lyrischen Tenöre unserer Zeit wird gemeinsam mit seinem Klavierpartner Michael Gees, jungen Solisten und Mitgliedern des Süddeutschen Kammerchores ein Programm mit Liedern und Duetten von Mendelssohn-Bartholdy und dem Liederspiel „Der Rose Pilgerfahrt“ von Robert Schumann gestalten. Dieses Projekt ist eine Koproduktion mit der Kulturvereinigung Limburg, die dies am 23.10., 20 Uhr in der dortigen Stadthalle präsentieren wird.

Auch die Kammermusik-Akademie ist mittlerweile zu einer geschätzten Einrichtung der Fränkischen Musiktage geworden. Sie hat wieder ausgewählte junge Musiker, mehrheitlich Stipendiaten der „Deutschen Stiftung Musikleben“ und des „Deutschen Musikrates-Podium junger Künstler“ nach Alzenau eingeladen um zwei Programme zu erarbeiten. Wie in den vergangenen Jahren wird eines der Projekte von Peter Buck, Prof. an der Musikhochschule Stuttgart und langjähriger Cellist des legendären Melosquartettes geleitet. Erarbeitet werden Streichoktette von Spohr, Milhaud und Mendelssohn, die dann in Konzerten am 24.10. im Schloss Kleinheubach, am 25.10. in der Burg Alzenau und am 26.10. in der Katharinenkirche Steinau (jeweils 20 Uhr) zu hören sind.

Erstmals wird die renommierte argentinische Geigerin Ana Chumachenco in der Kammermusik-Akademie mitwirken. Sie gehört als Solistin und Lehrerin zur Elite der internationalen Klassikszene. In ihren Konzerten am 22.11. im Schlösschen Michelbach und am 23.11. im Saal der Sparkasse Offenbach (jeweils 20 Uhr) wird sie mit den Teilnehmern der Akademie Werke von Haydn, Spohr und Mendelssohn-Bartholdy präsentieren.

Bereits eine lange Tradition haben die Rising Stars Konzerte des Festivals, die Preisträger internationaler Wettbewerbe vorstellen. In diesem Jahr ist dies u. a. die junge norwegische Geigerin Vilde Frang, die am 30.10., 20 Uhr, im Rittersaal der Burg Alzenau zusammen mit der Pianistin Milana Chernyavska Werke von Schubert, Strauss und Bartok spielen wird.

Im Klavierrecital am 15.11. in der Burg ist die bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete 18jährige Pianistin Mona Asuka Ott mit Kompositionen von Mozart, Schubert, Chopin und Liszt zu hören.

Das „Symphoniekonzert Rising Stars“ am 08.11., 16 Uhr in der Wallfahrtskirche Kälberau präsentiert zwei Preisträger des „Deutschen Musikwettbewerbes“. Byol Kang, Violine und Andreas Kißling, Flöte sind die Solisten in F. J. Gossecs Sinfonia Concertante für Violine, Flöte und Orchester, der sogenannten „Revolutionssymphonie“.

Als Erste seiner „Revolutionsmusiken“ gilt auch Beethovens Ballettmusik zu „Die Geschöpfe des Prometheus“, op. 43. Seine Affinität zu Prometheus als Freigeist zeigt insbesondere die Wiederverwendung der Ballettmusik in seiner der Französischen Revolution nahestehenden Eroica-Symphonie. Die Ballettvorlage ist bedauerlicherweise verschollen. Deshalb wird dieses Stück kaum vollständig aufgeführt und ist weitgehend unbekannt.

Staatsschauspieler Peter Fricke wird mit Rezitationen aus der reichhaltigen Prometheusliteratur nun einen neuen Dialog zwischen Musik und Text schaffen, der das Werk wieder in seiner Gesamtheit erlebbar macht. Als Orchester ist in diesem Konzert die Junge Philharmonie Frankfurt Rhein Main zu hören, die bereits in den vergangenen Jahren mit ihrem vitalen Spiel zu überzeugen wusste.

Ganz im Zeichen des Festivalthemas „Geister der Freiheit“ stehen auch die drei Chor-Orchester-Projekte. So wird der Theologe und DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer am 31. Oktober in der Stadtpfarrkirche Miltenberg und am 1. November in der St. Katharina Alzenau-Wasserlos mit Betrachtungen zum Freiheitsbegriff in Bachs Johannespassion zu erleben sein. Der Süddeutsche Kammerchor, die Mannheimer Hofkapelle und junge Solisten werden das Werk interpretieren.

Ergänzt wird dieses Programm mit der Erstaufführung der Kantate „So bestehet nun in der Freiheit“ des Bachzeitgenossen und Darmstädter Hofkapellmeisters Christoph Graupner.

Einer deutschen Erstaufführung widmet sich auch eines der weltweit renommiertesten Barockorchester – Concerto Köln. Das Ensemble gastiert erstmals bei den Fränkischen Musiktagen und wird hier gemeinsam mit dem Süddeutschen Kammerchor unter der Leitung von Gerhard Jenemann J. Chr. Bachs „Mailänder Vesperpsalmen“ präsentieren.

In dem Konzert am 14.11., 20.00 Uhr in der Wallfahrtskirche Kälberau, das Teil eines Kooperationsprojektes mit der Konzertreihe „Musik an der Frauenkirche Dresden“ ist, sind auch namhafte Solisten wie die englische Sopranistin Joanne Lunn zu erleben.

Ein weiteres Chor- Orchesterkonzert trägt am 31.10., 20.00 Uhr das „Haus am Dom“ Frankfurt bei. „Am Rande der Zeit“ ist das Programm mit Werken von Busoni, Mahler, Reger und Müller-Hornbach überschrieben. Ausführende sind das Collegium Vocale Freiburg und das Mutare-Ensemble Frankfurt unter der Leitung von Winfried Toll. Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Kunst der Freiheit – Freiheit der Kunst“ die die Festivalthematik variiert ist dem Konzert um 18.00 Uhr vorangestellt.

 

Wie in den vergangenen Jahren, so sind auch die Fränkischen Musiktage 2009 von interessanten Neuproduktionen geprägt. Die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie der Kulturregion Frankfurt RheinMain gGmbH und Bell'Arte Frankfurt RheinMain sowie Kultureinrichtungen, ermöglicht diese Produktionen auch dem Publikum in der gesamten Region vorzustellen.

Weitere Informationen über das Festival bietet die Internetseite:

www.fraenkische-musiktage.de

und ein Flyer, der über das Verkehrsamt Alzenau, Hanauer Str. 1, 63755 Alzenau, Tel. 06023-502112 zu beziehen ist.

Der Kartenvorverkauf beginnt am 10.08. bei folgenden Stellen: Städtisches Verkehrsamt Hanauer Str. 1, 63755 Alzenau, Tel. 06023-502-112, verkehrsamt@alzenau.de

Ticket-Service Alzenau, Prischoßstr. 25, 63755 Alzenau, Tel. 06023-31 09 40

Aschaffenburger Kartenkiosk in der Stadthalle, Tel. 06021-211 19

CD-Ticket, Am Markt 14, 63450 Hanau, Tel. 06181-25 85 55

Frankfurt Ticket, Hauptwache B-Ebene, 60313 Frankfurt, Tel. 069-134 04 00

sowie alle Vorverkaufsstellen von Frankfurt Ticket und Ticket Online.